Das erneuerte Herz der Altstadt

Das erneuerte Herz der Altstadt Das erneuerte Herz der Altstadt Das erneuerte Herz der Altstadt


Von: Ljiljana Mamić Pandža

 

Das, was heute der Korso als Herz von Rijeka und verkehrsreichste Promenade darstellt, war einst der Kobler-Platz, auf dem Weg vom ehemaligen Rathaus Palac komuna Rečkog bis zur Stadtuhr gelegen; zwischen zwei Warenhäusern, die an der Stelle älterer, abgerissener Häuser, entstanden waren. Genau auf diesem Platz, der nach dem Historiker Giovanni Kobler benannt wurde, schlug das Herz des öffentlichen Lebens von Rijeka, und hier wurden alle Geschäfte im Freien getätigt. Solch malerische Bilder sind heutzutage nur in Historienfilmen mit mittelalterlichen Themen zu sehen. Die Frauen aus der Umgebung brachten täglich, auch sonntags, Milch, Gemüse, Geflügel und alles andere, für die Versorgung der Einwohner Notwendige zum Grünen Platz, der ein Synonym für den Markt war.

 

Da sich hier einst auch die Stadt-Loggia befand, trafen sich hier die Richter und verhängten Strafen, es wurden Handelsverträge geschlossen und auch der Stadtrat hielt hier seine Sitzungen ab. Heute noch wird der Platz vom Springbrunnen „Alter Mühlstein“ dominiert, welchen, nach Plänen des Architekten Igor Emili, in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, die Papierfabrik baute, zum 150sten Jubiläum ihres Bestehens. Es handelt sich um einen Brunnen, der die Rolle eines Denkmals übernahm. Aus den Elementen einer alten, steinernen Fabrikpapiermühle schuf Emili ein Kunstwerk als Erinnerung an viele Arbeitergenerationen. Aus diesem Springbrunnen sprudelt unerschöpflich, wie der Wasserstrahl aus der Amphore auf dem Stadtwappen von Rijeka, das Wasser, welches in Rijeka seit den Zeiten von Tarsatica Quelle des Wohlstandes war.

 

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts verlor der Kobler-Platz seine Bedeutung als Stadtmittelpunkt, alle Merkmale gingen damals auf den heutigen Korso über. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Alte Tor, das älteste Architekturdenkmal Rijekas, nach dem die Straße auch benannt wurde, bzw. der ehemalige Eingang zum Palast des Prätoriums der Alpenklausur. Obwohl sich bei der Datierung des Tores viele Experten uneins sind, sind sich alle darüber einig, dass der Bogen aus Steinblöcken ohne Verbindungszargen und Mörtel besteht und trotzdem jahrhundertelang den Wettereinflüssen trotzte.

 

Gerade dieses Alte Tor verbindet den Kobler-Platz mit dem Principia Tarsatica, an der Stelle des ehemaligen Komplexes des spätantiken Militärkommandos, genannt Prinzipium, aus dem 3. Jahrhundert am Juraj Klović-Platz. Damit bekam Rijeka einen neuen, äußerst attraktiven Stadtplatz, der die gesamte historische Vielschichtigkeit der Stadt zeigt und sich für zahlreiche kulturelle und künstlerische Ereignisse eignet und zugleich eine neue Touristenattraktion ist, die viele Besucher der Stadt an der Rječina genießen werden. Der Platz wurde zu einem Ort voller Leben, an dem Menschen im Herzen von Rijeka zusammenkommen.

 

Es muss hervorgehoben werden, dass mit der Eröffnung der Prinzipia Tarsatica, gestaltet nach dem Entwurf des Architekten Nenad Fabijanić, die erste Vorstellung einer Prinzipia in Kroatien ermöglicht wurde, was auch in Europa eine Seltenheit ist, während alle beweglichen archäologischen Funde, die während der Forschungsarbeiten gefunden wurden, im See- und Geschichtsmuseum des Kroatischen Küstenlandes in Rijeka untergebracht wurden.

 

In der Reihe der Artefakte, die in der archäologischen Fundstätte in der Stadtmitte gefunden wurden, befindet sich ein Blättchen aus dem 3. Jahrhundert, von dem angenommen wird, dass es ein Teil eines bronzenen Lorbeerkranzes ist, mit dem man damals üblicherweise die Statuen krönte. Mithilfe eines 3D-Druckers wurde eine Nachbildung des wertvollen archäologischen Fundes hergestellt, was nun als neues Souvenir aus Rijeka dient.

 

Es ist nun offensichtlich, dass außer dem Kobler-Platz und der Prinzipia Tarsatica auch ein neues Licht auf die Vergangenheit von Rijeka fällt, die immer wieder interessante Geschichten über die schwer erfassbare Identität von Rijeka aufdeckt, die Veränderungen, welche die Stadt durchmacht, die Urbanität und Kultur, den europäischen Geist, Offenheit und Weltbürgertum; all jenes, was Rijeka, insbesondere im kroatischen Rahmen, einmalig macht. Daher bleibt all denen, die noch nicht zu Besuch waren, nichts anderes übrig, als selbst zu kommen und sich davon zu überzeugen.