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Marktplatz von Rijeka

Marktplatz von Rijeka  Marktplatz von Rijeka  Marktplatz von Rijeka  Marktplatz von Rijeka


Von: Sanja Krmpotić

 

Wenn Sie der Meinung sind, dass Liebe tatsächlich durch den Magen geht, dann ist der Velika Placa (Marktplatz), den die Bewohner der Stadt den zentralen Stadtmarkt nennen, genau der richtige Ort für Sie!

 

Die pulsierende Energie des Bauches der Stadt, lässt niemanden kalt und erweckt die Sinne. Der Markt lädt Sie dazu ein sich dem sorglosen Wortspiel, dem Wählen und der Freude einer ungeplanten Entdeckung und letztendlich der Vorfreude auf dem Heimweg zu überlassen, denn Sie werden nur noch daran denken können welche Spezialitäten Sie aus dem gekaufte Zutaten kochen können.

 

 

Der Charme des persönlichen Kontakts

Kein Supermarkt kann den Charme des persönlichen Kontakts mit Händler oder besser noch dem Züchter des Gemüses aus seinem eigenen Garten ersezten, ein weniger schönes Produkt doch dafür mit vollem Geschmack und auf wahre Kenner wartend. Deshalb ist es wichtig seine eigenen Verkäufer zu haben, die für uns nur das Beste wählen oder uns mit diskreter Mimik darauf hinweisen, was man heute vielleicht nicht kaufen sollte. Unvergleichlich sind jedoch deren Insidertipps zu dem Tagesangebot des Markts: wann der frische Fisch kommt, wo man die süßesten Kirschen, die besten Oliven, den besten Knoblauch, unbehandelte Äpfel, jungen Mangold findet oder wie lange man noch warten muss bis der Preis sinkt, denn er ist nicht der selbe am Morgen und zu Mittag, oder am Anfang und am Höhepunkt der Saison. Die leckeren Früchte der großzügigen Natur der Kvarner-Bucht werden Ihre Laune garantiert steigern, ähnlich wie die Chromotherapie, schon allein mit den bunten Farben der Jahreszeiten, deren Wechsel man besonders gut auf den geometrisch aufeinander gereihten Ständen mitverfolgen kann, wo trotz des Farben-, Geräusch-, Duft- und Geschmackschaos entspannender Einklang herrscht.

 

 

Dem Stadtbewohner gemäß

Der Marktplatz von Rijeka ist dem Stadtbewohner perfekt angepasst, groß genug um allen Feinschmeckerwünschen gerecht zu sein und doch klein genug um genügend Zeit für Kaffee und die Morgenzeitung oder einen kurzen Plausch mit lieben Bekannten lässt, die man zufällig hier traf. Nicht viele wissen, dass der Ort an dem sich heute diese dynamische Vorstellung entwickelt, die sich metaphorisch in der Nähe des Kroatischen Nationaltheater Ivan von Zajc befindet, einem einst wörtlich den Boden unter den Füßen rauben konnte, denn alles war zu der Zeit noch Meer. Im 19. Jhd. wurde das Gebiet stufenweise aufgeschüttet. Daran wird man auch heute noch während  des stürmischen Scirocco erinnert, wenn sich das Meer hebt und die umliegenden Straßen und Stände überschwemmt.

 

Die ersten prächtigen Kioske an denen der Verkauf unter freiem Himmel begann, wurden unter Platanenreihen aufgestellt, die 1861 gepflanzt wurden. Am Ende dieser Allee, direkt am Meer, wurde die erste Fischmarkt, mit der Vorderseite in Richtung Pier erbaut, an dem die Fischer ihren Fang entluden und ihn in Körben verkauften. Gegen Ende des 19. Jhd. in der Epoche der großen Bauarbeiten in Rijeka, wurde, gemäß der modernsten architekturalen Lösungen dieser Zeit, die in europäische Metropolen wie Triest, Graz oder Wien angewendet wurden, entschieden, dass man den offenen Marktplatz gegen einen Geschlossenen umtauschen soll, um so die Bewohner besser versorgen zu können und er auch als Treffpunkt und Forum der Küstenstadt gelten kann. Das Bauprojekt zweier bedeckter Pavillons wurde den Ingenieur Isidor Vauchnig anvertraut, dem Direktor des Gemeinde Bauamtes und nach knapp einem Jahr, im Juli 1881, fing der Markt in den zwei verbundenen, proportionalen Gebäuden mit einem Tonnengewölbe aus einer Metall-Gitterkonstruktion und Glas an zu arbeiten. Dies war eine Erneuerung in der Welt der Architektur, wobei an der Vorderseite die Verzierungen aus den vorherigen, historischen Stilen beibehalten wurden. Die Pavillons wurden auf dem Platz zu einem Schmuckstück der Stadt und der urbane Wendepunkt des neuen Wohnviertels.

 

 

Die prachtvolle Architektur des Fischmarktes

Zu Beginn des 20. Jhd. entsprach der Fischmarkt den Hygienevorschriften nicht mehr, sodass 1916 auf dem selben Platz, einem Projekt des Architekten Carlo Pergoli nach, ein vollkommen neues Objekt erstellt wurde, das die Wiener Sezession und der romanische Stil inspirierte. Die Steindekorationen wurden von dem venezianischen Bildhauer Urbano Bottasso gefertigt. So schuf man ein zeitloses und beeindruckendes Gebäude mit Fontänen innerhalb des Fischmarkts, Tische zum Verkauf von Fischen aus grauwarmem, istrischem Stein, mit Kapitellen und reichen Verzierungen auf der Vorderseite, die Fische, Krebse und Weichtiere im Meeresrausch darstellen und somit die Vorbeigehenden beeindrucken. Die ganze Pracht der Architektur des Gebäudes mit den echten Meerestieren auf den Tischen können Sie am besten erleben, wenn Sie von Hintereingang aus auf die Galerie im ersten Stock steigen.

 

Außer dem Hauptmarktplatz gibt es auch noch einen Kleineren und zwar im Stadtviertel Brajda, der ebenfalls gegen Ende des 19. Jhd. während des Wachstums von Rijeka und der Verbesserung des Lebensstandards entstand. Dieses Projekt nahm man ebenfalls sehr ernst, also wurde es urbanistisch und architektural von dem berühmten Architekten aus Rijeka Giacomo Zammatio erdacht und der Ästhetik der Geschichte und der Funktionalität des Ambiente erfolgreich mit dem eingemeißelten Wappen Rijekas über dem Portal auf dem Haupteingang,  angepasst.

 

Monumentale Architektur des damaligen mitteleuropäischen Kreises ist heute das Wahrzeichen der kulturerfüllten neuen Generationen und natürliche Zyklen, die sich unermüdlich abwechseln und immer neue Genüsse der mediterranen Küche auf unsere Tische bringen!