Torpedo

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Im 19. Jahrhundert rückten ein Mann aus Rijeka sowie ein Engländer die Stadt ins Zentrum der industrialisierten Welt − durch die Erfindung des Torpedos.


Der Begründer der Idee, Ivan Luppis, und ihr technischer Realisator, Robert Whitehead, schufen 1866 in Rijeka einen Torpedo, eine Waffe, welche die bisherige Auffassung der Kriegsführung am Meer veränderte. Die fortschrittliche technische Erfindung, hoher Profit sowie monumentale Gebäude verwandelten Rijeka in dieser Zeit in eine kosmopolitische Stadt, ein bekanntes Zentrum auf der Weltkarte.

Luppis kam auf den Gedanken, eine Maschine ohne Besatzung zur Zerstörung von Schiffen zu schaffen, die man vom Land aus steuern könnte und bei der sich der Sprengstoff bei Berühren des Wasserfahrzeugs aktivieren würde. Im Jahr 1860 stellte er seine Erfindung dem Kaiser Franz Joseph vor, und unmittelbar danach lernte er den britischen Maschinenbauingenieur Robert Whitehead, den Geschäftsführer der Firma Stabilimento tecnico fiumano, kennen, mit dem er 1864 einen Vertrag zur Verbesserung der Erfindung abschloss.

Der Name Robert Whitehead, Gründer und erster Eigentümer der renommierten Fabrik (Tvornica torpeda), verdient es unumstritten, in goldenen Lettern in die Geschichte Rijekas eingetragen zu werden. Obwohl er britischer Untertan war, hielt er Rijeka für seine zweite Heimat, weshalb er sich intensiv für kommunale Fragen interessierte, an der Gründung einiger Firmen und Verbände teilnahm, seine Fabrik erweiterte, wunderschöne Paläste errichtete und in die Stadt viele Mittel und Energie investierte. Noch heute erinnern uns an ihn sehr anschaulich das Casa Veneziana von Zammattio am Dolac und andere Wohngebäude in Rijeka.

In der Zusammenarbeit mit Luppis entwickelte Whitehead ein völlig neues Produkt und nannte es Torpedo. Die ersten Versuche mit dem Torpedo fanden am 20. Dezember 1866 statt, Whitehead war jedoch nicht zufrieden, weswegen noch weitere zwei Jahre lang Verbesserungen am Torpedo vorgenommen wurden. Für den Abschuss des Torpedos wurde in der Werft der Gebrüder Schiavon in Rijeka das Kanonenboot „Gemse” adaptiert, in welches das Abschussrohr für den Torpedo, die neue originelle Erfindung von Whitehead, eingebaut wurde. Die ersten Torpedos von Rijeka trugen den Namen Luppis-Whitehead, später wurden sie nur Whitehead-Torpedos genannt.

Dieser Name blieb fast hundert Jahre lang erhalten. Obwohl Whitehead die ursprüngliche Erfindung veränderte und letztendlich Luppis Namen eliminierte, räumte er von Anfang an Luppis das Recht auf diese Erfindung ein. Im Jahr 1867 zog Whitehead aus Trsat nach Rijeka um und gründete die erste Torpedo-Fabrik der Welt. Die Fabrik gründete Betriebe im Ausland und erlaubte im Laufe der Zeit auch die lizenzierte Herstellung in England, Italien, Russland, Frankreich usw. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der westliche Teil von Rijeka, in dem sich die Torpedo-Fabrik befand, Italien zuteil, ab Januar 1924 übernahm die italienische Militärindustrie die Herstellung von Torpedos.

Dies geschah bis Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Fabrik wieder in die „richtigen Hände” geriet. Die Betriebe waren teilweise noch funktionsfähig, man begann mit der Herstellung von Gebrauchsartikeln, Dieselmotoren und natürlich Torpedos. Bis zum Jahr 1966 lief die duale, zivile und militärische Herstellung, dann stoppte man die Produktion der Torpedos und er wurde so Geschichte.