Am Fuße des Stadtturms vorbeigehend, dem Durchgangsturm des einstigen städtischen Haupttors, durch welches man aus Küstenrichtung in das mittelalterliche Rijeka gelangte, finden Sie sich innerhalb des Gebiets der Altstadt von Rijeka wieder. 

 

Auf dem Gebiet des heutigen Platzes Koblerov trg erstreckte sich die Piazza, von der Fläche her deutlich kleiner, präziser, enger, der kommunale Mittelpunkt der ummauerten mittelalterlichen Stadt. Detailgetreuere geschichtliche Darstellungen von Rijeka stellen diese als senkrecht verlängerte Flächte dar, eingefasst vom Stadtturm und dem Rathaus im Norden und Süden sowie den Häuserreihen im Osten und Westen. 

 

Im Norden dominierte die adelige Burg Rijeka, im Osten die plebejische Hauptkirche mit dem Friedhof, im Westen die weite Klausur der Ordensmänner und hier im Süden, in der Nähe des Anlegeplatzes und des Handelsplatzes an der Küste am Fuße der städtischen Mauern, befand sich das weltliche Herz der Stadt. Hier trafen sich die Einwohner Rijekas, um sich die Ankündigungen des Gemeindesprechers anzuhören, Verträge zu schließen, um zu kaufen und zu verkaufen, im Freien oder in den im Erdgeschoss der Häuser gelegenen Geschäften.

 

Von diesen Häusern sind Spuren übrig geblieben, hier und da wurde eine Wand in die späteren Bauten eingefügt, barocke Tragbalken mit dem Wappen der einstigen Besitzer und unterirdische Getreidespeicher in Gewölben. In jüngerer Vergangenheit erstreckte sich hier der „Grünmarkt“, auf welchem Obst und Gemüse verkauft wurde. Der enge Durchgang, der die Häuserreihe auf der östlichen Seite des Kobler-Platzes trennt, ist das Überbleibsel einer typischen Straße mittelalterlicher Proportionen. 

 

Zur Šišmiši-Straße (Fledermäuse) wurde sie offiziell Anfang des XX. Jahrhunderts ernannt, da hier in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts der Sitz der örtlichen politischen Partei war, deren Symbol dieses kleine, fliegende Säugetier war. Der Sitz der Partei war gekennzeichnet mit drei steinernen Reliefen von Fledermäusen. Eines davon ist auch heute noch an der Hausfront im übriggebliebenen westlichen Ursprung der kleinen Straße erhalten und das zweite wird im Museum der Stadt Rijeka verwahrt.  

 

Der älteste bekannte Gemeindepalast von Rijeka ist auch heute noch am nördlichen Rand des Kobler-Platzes erhalten. Den Palast hat in der Mitte des XVIII. Jahrhunderts der hier beheimatete Erbauer Rijekas Antonio Verneda barockisiert. Am Fuße seiner vorwiegend barocken Form erkennt man deutlich auch die Überreste der mittelalterlichen Mauern. Wie auch viele andere wichtige Gebäude des mittelalterlichen Rijekas verfolgte dieses mit der Lage am Schnittpunkt der einstigen römischen Hauptstraßen die weit frühere, antike urbane Matrix. Im Gebäude wurden bis zum Jahre 1838 Ratssitzungen abgehalten, als die Stadtverwaltung in die Teile des Augustinerklosters am westlichen Rand der Altstadt von Rijeka übersiedelt.  

 

Anlässlich des 150. Jubiläums der Papierfabrik von Rijeka, der Ältesten in diesem Teil Europas, wurde am Kobler-Platz anhand des Projekts des Architekten Igor Emili aus Rijeka 1974 die Fontäne mit der Papierwalze, welche aus der Fabrik stammt, errichtet.